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Cloud als Lösung: Brexit macht IT-Produkte in teurer

Marktbeobachtern zufolge hat der Brexit schon jetzt großen Einfluss auf die IT-Ausgaben in Europa. Firmen wandern in die Cloud.

01.12.2016 Jörn Brien

Brexit: Geräte-Ausgaben gehen zurück

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Die IT-Ausgaben werden vom drohenden Brexit beeinflusst. (Grafik: Gartner)

Noch ist Großbritannien nicht aus der Europäischen Union ausgetreten, aber der bevorstehende Brexit beeinflusst schon jetzt die IT-Ausgaben in Europa. Den Prognosen des Marktforschungsunternehmens Gartner zufolge werden die IT-Ausgaben im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr zwar leicht steigen, für das Wachstum sind aber vorrangig die Investitionen in Software und IT-Services verantwortlich. Die Geräte-Ausgaben gehen hingegen zurück. Dieser Trend soll sich auch 2017 fortsetzen.

Dem so genannten "EMEA IT Spending Forecast" von Gartner zufolge werden die Gesamtausgaben im IT-Bereich 2016 um 0,6 Prozent auf 1,23 Milliarden US-Dollar ansteigen. Ein sattes Plus von sechs Prozent (auf 112,2 Millionen US-Dollar) gibt es im Bereich Software, auch der Bereich IT-Services wächst mit 3,8 Prozent (auf 327,7 Millionen US-Dollar) vergleichsweise stark. Bei den Geräten setzen die IT-Firmen offenbar den Sparstift an, hier geht das Wachstum um 3,7 Prozent (auf 206,2 Millionen US-Dollar) zurück.

Letzteres liegt laut Gartner-Analyse auch daran, dass durch den drohenden Brexit und das dadurch geschwächte Pfund die Preise für IT-Produkte in Großbritannien deutlich gestiegen sind. Daher würden Verbraucher und Unternehmen zum einen weniger gut ausgestattete Produkte kaufen – was zu einem Rückgang bei den Umsätzen für die Anbieter führt. Auf der anderen Seite drängen Unternehmen in Großbritannien jetzt zunehmend in die Cloud. "Sie kaufen Computing-Ressourcen in Form von Services und nicht als Server", erklärt John-David Lovelock, Research Vice President bei Gartner.

IT-Ausgaben: Brexit-Vorbereitung von Banken

Der Trend soll sich im kommenden Jahr noch verstärken. 2017 rechnet Gartner mit einem Anstieg der IT-Ausgaben um 1,9 Prozent auf knapp 1,26 Milliarden US-Dollar. Während die Bereiche Software und IT-Services um 6,8 beziehungsweise 4,1 Prozent zulegen sollen, gehen die Ausgaben für IT-Geräte erneut zurück – allerdings schwächt sich der Rückgang ab. Das Minus beträgt 0,8 Prozent. Die Zuwendung zu Software und Services ist Gartner zufolge vor allem im Bankensektor zu bemerken. Hier würden sich Banken aus Frankreich und Deutschland offenbar auf eine Verlagerung der Aktivitäten aus London weg vorbereiten.