Research & Innovation

Butter bei die Fische

Die Innovationsfrequenz der Forschung im Technologiebereich ist hoch, die Perspektiven sind zahlreich. Aber wo stehen wir in Zukunft? Darüber sollten wir reden, findet Reinhard Karger, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Information und Wissen. Am besten im Rahmen der "future talks" auf der CeBIT.

15.03.2015
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"Das Kernthema der CeBIT ist dieses Jahr d!conomy". Gemeint ist damit der Megatrend Digitalisierung und seine Ausstrahlung, seine Konsequenzen und wirtschaftlichen Chancen für Unternehmen und Mitarbeiter, für Gründer und Investoren. Klingt nicht neu, hat aber mittlerweile eine ganz andere Dynamik entfaltet, als noch vor wenigen Jahren. Mittlerweile sind die meisten Firmen zu einem erstaunlichen Grad digitale Unternehmen: Betriebswirtschaftliche und innerbetriebliche Abläufe werden über Unternehmenssoftware organisiert, die Geschäftsmodelle digital entworfen und evaluiert, Kundenbeziehungen und Lieferketten digital gesteuert und verwaltet.

Zu d!conomy gehört auch das Schlagwort Industrie 4.0, dessen vielschichtige Bedeutung unter anderem im Rahmen der Konferenz "future talk" auf der CeBIT ausgiebig diskutiert wird. Das Ankerexponat ist dabei "SmartF-IT", eine acht Meter lange Produktionsanlage, die als exemplarische Basis einer Smart Factory dient. Die Anlage bildet ein IT-gestütztes, integriertes und ausführbares Gesamtmodell, das aufzeigt, wie Technik die menschliche Arbeitskraft unterstützen kann, etwa durch robotische Assistenzsysteme.

Im Fokus der Demonstration steht die Produktion variantenreicher, kundenindividueller Produkte, bereits ab einer Losgröße von eins. Was in den rund 100 Diskussionsrunden, Präsentationen und Demos im Umfeld der future talks theoretisch erklärt und besprochen wird, bekommt mit SmartF-IT ein Gesicht.

2015 wird zum Jahr des Internets der Dinge

Ermöglicht wird Industrie 4.0 durch das sogenannte Internet der Dinge. Es macht Werkstück und Werkstückträger zu vernetzten Objekten, Maschinen werden zu Agenten und die Fertigungsstraße intelligent. Doch nicht nur das: Es verändert berufliche und erwerbswirtschaftliche Perspektiven und den privaten Alltag. Die Aussage ist nicht neu, aber in diesem Jahr wird das erste Mal die sich abzeichnende große Bedeutung des Internets der Dinge konkret erlebbar. Ähnlich wie 2008 erstmals das mobile Internet real erfahrbar war, das zuvor als Nische für Nerds galt. Erst dann wurden Endgeräte bezahlbar, die Infrastruktur leistungsfähig und die App-Ökonomie erfunden.

Zukunftsprojekt Smart Service Welt

Heute sind mobile Daten längst Alltag. Ob Bezahlen oder Beruf, Bildung oder Banking – die einzelnen Nutzer agieren digital und die Interaktionen hinterlassen Datenpunkte. Big Data ist folglich das nächste digitale Schlagwort. Die Auswertung von Daten eröffnet neue Möglichkeiten, "Smart Services" kreieren neue Märkte. Im future talk wird unter anderem die Smart-Service-Welt vorgestellt, das neue Zukunftsprojekt der Bundesregierung. Es soll die Grundlagen, Standards liefern und helfen, die notwendigen politischen Rahmenbedingungen zu identifizieren, erfolgreiche Geschäftsmodelle zu definieren und die richtigen Partner zu finden. Sie könnten aus Europa kommen, könnten vielleicht sogar im future talk vorgestellt werden.

"Wir sehen uns. Auf der CeBIT."

Über den Autor: Reinhard Karger ist Unternehmenssprecher des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Information und Wissen (DGI). Im Forum "future talks" auf der CeBIT moderiert er zahlreiche Gespräche und steht vor Ort gern für Diskussionen zur digitalen Zukunft zur Verfügung.

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