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Briefe schreiben wie zu Mutters Zeiten

400 Millionen Fotos werden jeden Tag allein auf WhatsApp verschickt, bei den täglich versandten E-Mails tendiert die Zahl gegen 300 Milliarden. Zwei Startups halten dagegen: Ihre Apps simulieren für Fotos und Briefe die Zeiten vor dem Internet.

19.10.2017
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Quelle: Getslowly.com

iPhone-Nutzer der Babyboomer-Generation können sich freuen: Zwei Apps holen für sie die analogen Zeiten zurück. Gudak kommt vom koreanischen Startup Crew Bar. Sobald man der App Zugriff auf die Handykamera erlaubt, kann man höchstens 24 Fotos schießen – so viele, wie früher auf einen kleinen Fotofilm passten. Ist der virtuelle Film voll, muss man drei Tage warten, bis die Aufnahmen zu sehen sind. Ungefähr so lange dauerte früher die Entwicklungszeit. Einen neuen Film erhält der Nutzer nur alle zwölf Stunden. Wer sich auf diese Entschleunigung einlässt, lernt wieder, mehr mit den eigenen Augen zu sehen und nicht primär durch die Linse seines Smartphones.

Auch E-Mails lassen sich künstlich verlangsamen. Kevin Wong aus Hongkong designte über acht Jahre lang Webseiten und Apps im Auftrag von Kunden. Ende 2016 stieg er aus und gründete Getslowly. Daraus ging unter anderem die App Slowly hervor. Sie simuliert Brieffreundschaften früherer Tage. Je nachdem, wie weit voneinander entfernt die Briefeschreiber leben, dauert es dann Tage, bis der – obschon digitale – Brief seinen Empfänger erreicht. Dafür kommt er mit (virtueller) Briefmarke! Das von Wong geschaffene Portal vereint Menschen weltweit, die sich fürs Briefschreiben wieder mehr Zeit nehmen wollen.

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