CEBIT Global Conferences

Bitkom-Präsident Dirks: Digitalisierung überwindet Grenzen

In seiner Eröffnungsrede zu den CeBIT Global Conferences 2016 hat Bitkom-Präsident Thorsten Dirks ein flammendes Plädoyer für den digitalen Binnenmarkt in der Europäischen Union gehalten.

14.03.2016
CGC_Thorsten Dirks - Vortrag
Thorsten Dirks, BITKOM Präsident

Mit der EU-Fachkonferenz zum "Digital Single Market" auf der CeBIT 2016 setze die digitale Wirtschaft Kontrapunkt zur Abschottung und Renationalisierung.

Thorsten Dirks forderte die Europäer auf, sich nicht in "nationalen Schneckenhäuser" zu verkriechen, sondern das Projekt Europa weiter zu vertiefen. Dem digitalen Binnenmarkt käme dabei eine entscheidende Rolle zu. "Digitalisierung überwindet Grenzen", sagte er. "Wer mit Europas Zukunft zündelt, der setzt auch unsere digitale Zukunft auf Spiel."

In der digitalen Wirtschaft zählt die Größe

Um die wirtschaftliche Zukunft Europas in der digitalisierten Welt zu sichern, sei es dringend notwendig, einheitliche Standards in der EU zu schaffen. Denn in der digitalen Wirtschaft gelte: Size matters, big ist beautiful – und: the winner takes it all. Um in Europa überhaupt in der Lage zu sein, den digitalen Riesen aus den USA und China ein Gegengewicht entgegenzustellen, müsse man selbst auf internationale Größe setzen. Ein deutsches Unternehmen könne zwar national ein Riese sein, international sei es aber oft ein Zwerg.

Der Digital Single Market ist unabdingbar

Ohne den Digital Single Market sei in dieser Welt der Misserfolg für europäische Firmen garantiert. Er sei also in der digitalen Welt unabdingbar. Dafür müsse jedoch ein harmonisierter rechtlicher rahmen "von Malmö bis Malta“ geschaffen werden, der digitalen Unternehmen in der ganzen EU Rechtssicherheit gebe. „"Verbraucher, die Angebote von Anbietern aus anderen EU-Mitgliedsstaaten nutzen, müssen sich auf dieselben Standards verlassen können.“ Noch seien viele Regeln unscharf formuliert, gebe es rechtliche Unsicherheiten. Dirks Forderung: „Wir brauchen einen prinzipiengeleiteten rechtlichen Rahmen, der Marktkräfte zur Entfaltung bring und konkrete regulatorische Eingriffe als Ultima Ratio begreift."

Einheitliche europäische Regeln für die digitale Wirtschaft

Konkret forderte Dirks eine europäische Datenschutzverordnung sowie eine Harmonisierung des Urheberrechts, das schöpferische Akte fördern solle und nicht behindern. "Die Digitalisierung ist über die Kreativen wie eine Naturgewalt hereingebrochen“, sagte Dirks und forderte, nicht etwa die analogen Regeln ins Digitale zu übertragen, sondern digitale Plattformen so auszugestalten, "dass kreative Inhalte eine maximale Verbreitung finden und Wirkung entfalten können".

Gemeinsame Sprache ist unabdingbar in der digitalen Ökonomie

Schließlich sei es wichtig, eine einheitliche Sprache in Europa zu finden. "Eine fehlende gemeinsame Sprache ist die vielleicht größte Hürde auf dem Weg zum gemeinsamen Markt." Nur wenn jedes Kind die "Lingua Franca" des 21. Jahrhunderts bereits in der Grundschule lerne und beim Verlassen der Grundschule zweisprachig sei, könne die Schicksalsgemeinschaft EU zu einer echten Wertegemeinschaft werden. "Für unsre Kinder stoßen wir damit das Tor zu einer neuen Welt auf", sagte Dirks. "Und für unsere Wirtschaft ebenen wir den Weg zu langfristigem Erfolg in der digitalen Ökonomie."

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