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Banken wollen massiv in digitale Systeme investieren

Für den Wettbewerb mit branchenfremden Anbietern treiben Banken die Modernisierung ihrer IT voran. Das veränderte Kundenverhalten ist neuerdings die größte Herausforderung.

09.12.2015 Mark Schröder
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Verändertes Kundenverhalten und strenge Regulierungen machen Banken bei der Digitalisierung zu schaffen. (Foto: Frank11 / Shutterstock.com)

Filial-Geschäft war gestern. Der Bankautomat ist heute für viele Verbraucher der einzige physische Kontaktpunkt mit ihrer Bank. Die Kunden nutzen das E-Banking für Überweisungen oder das Smartphone zum Zahlen. Banken aus aller Welt identifizieren das veränderte Kundenverhalten neu als größte Herausforderung für ihr Geschäft. Das ergab die Umfrage "Shifting sands: Banking in the digital era" des Technologie-Anbieters Temenos sowie der Unternehmensberatung Capgemini. An der achten Auflage der Studie nahmen 201 leitende Bankangestellte aus Finanzkonzernen weltweit teil.

Kunden gewinnen und halten

Die Grundaussage der vorhergehenden Studien war, dass die Banken hauptsächlich unter der Last der Regulierung stöhnen. Die Anpassung der Informatiksysteme an neue Gesetze und Vorschriften war stets die größte Herausforderung für die Banker.

Das ist diesmal anders: 22 Prozent sehen die Befriedigung von Kundenbedürfnissen und den Loyalitätserhalt als wichtigste Aufgabe an. Weitere 18 Prozent sorgen sich um die Profitabilität ihres Geschäfts. Erst dann folgt die Gruppe der Befragten (17 Prozent), die Regulierung als Top-Priorität haben. Ebenso groß ist allerdings schon die Anzahl der Mahner, die vor dem Verlust von Marktanteilen durch mehr Wettbewerb (17 Prozent) warnen.

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Neue Konkurrenz: Technologie-Firmen werden von Bankern als potenziell größte Wettbewerber angesehen. (Foto: Temenos/Capgemini)

Die Konkurrenz stammt nach Ansicht der Banker nicht zwingend aus der Finanzsparte. Diese Einsicht ist allerdings nicht neu, denn auch im vergangenen Jahr (24 Prozent) erwarteten die Befragten einen Technologie-Konzern wie Apple, Google oder eBay als zukünftigen Wettbewerber (27 Prozent). Etablierte Finanzhäuser werden von 21 Prozent als potenzieller Rivale angesehen, Start-ups nur noch von 14 Prozent. Vor einem Jahr wurde den Fintechs noch von 19 Prozent zugetraut, eine größere Rolle im Finanzmarkt zu spielen.

Auch auf der CeBIT im kommenden Jahr wird die digitale Transformation des Banken- und Finanzwesens eine Rolle spielen. Ein Schwerpunkt wird dabei die neue Plattform SCALE11 spielen, in der insgesamt mehr als 150 Startups erwartet werden – ein Schwerpunkt bildet das Thema Fintech.

Investitionspläne der Banken

Um ein relevanter Player im Finanzmarkt zu bleiben, wollen die Banken – so die Studie weiter - ihre Hausaufgaben (weiterhin) erledigen. Neu ist in diesem Jahr, dass der IT-Modernisierung die höchste Priorität zugestanden wird. 2014 wurde diese Aufgabe mit viel weniger Nachdruck behandelt (Priorität vier). Gleichbleibend wichtig ist für die Banker das Treiben von Innovation (Priorität zwei).

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Veränderungen 2014/2015: Die IT-Modernisierung wird zur wichtigsten Aufgabe der Banken, Regulation verliert. (Foto: Temenos/Capgemini)

Vor einem Jahr war das Eröffnen neuer Kundenkanäle (beispielsweise Mobile und Web) noch die Top-Priorität. Die Kanäle sind mittlerweile offenbar etabliert, denn der Task wurde in seiner Wichtigkeit zurückgestuft. Weiter oben auf der Agenda der Finanzmanager steht neu das Rekrutieren von Talenten. Wie Studienautor Ben Robinson von Temenos schreibt, gibt es insbesondere im Wealth Management einen Engpass bei erfahrenen Kundenberatern.

Nur noch Platz fünf auf der Prioritätenliste haben Investitionen in Systeme für Compliance und Risiko-Management. Diese Lösungen dürften unterdessen allerdings auch großflächig Einzug in die Banken-IT gehalten haben. Ganz aus von der Task-Liste gestrichen wird die Regulierung wohl aber nie.

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