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Baden-Württemberg erlaubt Online-Arztbesuche

Im deutschen Südwesten sind erstmals reine Videosprechstunden zugelassen, auch ohne ein vorheriges persönliches Patientengespräch. Das Modell dürfte Schule machen.

01.11.2017
Quelle: Teleclinic
Quelle: Teleclinic

Das Münchner Startup Teleclinic bietet Arztgespräche per Video an.

Solche Fernbehandlungen per Telefon oder am Computerbildschirm waren auch schon in der Vergangenheit erlaubt, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass der Arzt den Patienten zu Beginn der Behandlung einmal getroffen und die Möglichkeit zur körperlichen Untersuchung gehabt hat. Darüber hinaus war nur eine allgemeine medizinische Beratung gestattet.

Nun hat die Landesärztekammer Baden-Württemberg der Firma Teleclinic eine auf zwei Jahre befristete Genehmigung erteilt, Patienten ausschließlich per Video zu behandeln. Dazu musste allerdings im vergangenen Jahr zunächst die Berufsordnung der Ärzte geändert werden. Zunächst darf Teleclinic damit nur in Baden-Württemberg seine Videosprechstunden ohne vorherigen Arztbesuch anbieten. Es wird jedoch erwartet, dass andere Bundesländer nachziehen.

Die Videosprechstunde wird von Ärzteverbänden als Möglichkeit gesehen, den Mangel an Medizinern in ländlichen Gebieten auszugleichen. Die Krankenkassen hingegen unterstützen die neuen Behandlungsformen, weil sie sich davon geringere Kosten erhoffen. Teleclinic rechnet aktuell mit zwei privaten Krankenversicherern ab, Verträge mit gesetzlichen Kassen sind der Firma zufolge in Vorbereitung.

Auch andere Startups loten derzeit die Möglichkeiten der Telemedizin aus. Patientus bietet ein technisches System für die Organisation von Videosprechstunden an, ein ähnliches Produkt hat Doc Cirrus im Angebot. Die schwedische Firma Kry setzt dagegen für den Videokontakt zwischen Arzt und Patient auf eine App.

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