Security

Aufgepasst und gut zugehört: Let’s talk about Security!

IT-Sicherheit zählt zu den großen Themen der Gegenwart. Eine Reihe von Foren macht die CeBIT zum globalen Security-Kongress.

25.01.2017
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Im Februar 2016 erlebte der Essener Konzern ThyssenKrupp einen dramatischen – und lange Zeit unentdeckten – Angriff: Hacker hatten "Backdoors" in die IT-Systeme eingebaut, um auf Informationen zugreifen zu können. Aus zwei Geschäftsbereichen flossen Datensätze durch diese Hintertüren ab. Kurz zuvor hatten 900.000 Kunden der Deutschen Telekom die Verwundbarkeit vernetzter IT-Systeme am eigenen Leibe erfahren: Hacker legten ihre Internet-Router mehrere Stunden lang lahm.

Spätestens nach diesen Großangriffen sollte klar sein: Niemand darf sich in digitaler Sicherheit wähnen. Tatsächlich werden die Gefahren der intensiven Vernetzung, Cloud-Nutzung und Virtualisierung zunehmend ernst genommen: Laut einer Umfrage des Security-Anbieters Bitdefender unter 1.000 deutschen IT-Entscheidern im November 2016 befürchtet ein Drittel der Experten hohe finanzielle Entschädigungszahlungen im Falle eines Sicherheitsvorfalls. Jobverlust und Angriffe auf gespeicherte Daten bei hybriden Infrastrukturen sind weitere Gefahren, die die Befragten sehen.

Lösungen zur Abwehr von Cyber-Angriffen – auf der CeBIT-Agenda sind sie in den letzten Jahren weit nach oben gerückt. 2015 wurde der Bereich Business Security in Halle 6 verlegt und speziell designt, um Sicherheitsanbieter mit Entscheidern zusammenzubringen und den Informationsaustausch zu beschleunigen. Zur CeBIT 2017 wird das Thema Cybersecurity erstmals als eines der Top-Themen der CeBIT herausgestellt. Verschiedene Foren und Konferenzen zum Thema unterstützen das Ziel.

Auf der von der Datakontext GmbH organisierten Business Security Stage in Halle 6 etwa dreht sich alles um ganzheitliche IT-Sicherheit in Unternehmen. In Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Live-Demos diskutiert die Branche hier über Datenschutz, Cloud Security, Compliance, Access and Identity Management, Endpoint Security, Managed Security Services und mehr. 5.000 Zuhörer hatte das Forum 2016.

Einen weiteren Anlaufpunkt bietet die Heise Security Plaza unter der Regie von Heise Events. Namhafte Aussteller aus der Sicherheitsbranche präsentieren hier ihre Produkte und Dienstleistungen. Auf der Bühne der Plaza finden praxisorientierte Vorträge statt. Experten berichten über brisante Sicherheitslücken, Security-Technologien und Schutzmaßnahmen. Die Vorträge behandeln Themen wie IT-Sicherheit im Mittelstand und in der Cloud sowie Sicherheitslücken im Umfeld der Digitalisierung. In diesem Jahr wird auch der Heise Medien Hauptstand erstmals direkt an die Heise Security Plaza angegliedert. Somit präsentiert sich das Medienhaus auf über 800m² mit seinem vielfältigen Angebot.

Wie reagieren nationale und internationale Behörden und Unternehmen auf die zunehmende Cyber-Bedrohung? Und was heißt das für Europas Wirtschaft? Wie könnte ein proaktiver "Security-by-Design"-Ansatz aussehen? Das sind Fragen, denen sich die Internationale Cyber-Security-Konferenz widmet. Die Tagung am 20. März 2017 (10:30 Uhr bis 16:00 Uhr im Nord/LB forum) folgt dem Motto "Cyber Security: New global parameters | New trends and experiences | From defence to offence". Veranstalter ist der Global Industry Club (GIC), der die Konferenz – wie auch im Vorjahr – "eher management- als technikorientiert" angelegt hat. 100 bis 150 CEOs, CIOs und CISOs internationaler Unternehmen werden erwartet. Sprecher kommen u.a. von der EU-Sicherheitsagentur ENISA sowie dem BKA, vom Münchner Kreis, von der European School for Management and Technology (ESMT) Berlin, vom EE-ISAC aus Österreich, vom AIT Austrian Institute of Technology und von der Internet Security Alliance for Europe (ISA-EO).

Die CeBIT Global Conferences 2017 greifen an zwei Security-Themenvormittagen ebenfalls Sicherheitsthemen auf. Zu den prominenten Sprechern zählt Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), das im Jahr 2015 offiziell 45.000 Fälle von Cybercrime zählte. Dass die Dunkelziffer erheblich höher liegt, wird Münch auf der CeBIT deutlich machen. Der BKA-Chef ruft die Industrie zum gemeinsamen Kampf gegen DDos-Attacken, Datendiebstahl oder Ransomware-Infektionen auf.

Mikko Hypponen, Chief Research Officer von F-Secure, hält eine weitere Keynote. Der Finne hat sich als Virenjäger weltweit einen Namen gemacht. Sein Team war für die Abschaltung des globalen Netzwerkes verantwortlich, das vom Sobig.F-Wurm genutzt wurde. Hypponen war der Erste, der die Welt vor dem Sasser-Ausbruch warnte, er benannte den berüchtigten Storm Worm und führte klassifizierende Briefings über die Funktionsweise des Stuxnet-Wurms durch.

Marcin Kleczynski, Gründer und CEO des kalifornischen Unternehmens Malwarebytes, erläutert, wie sich Cyber-Kriminelle mit Ransomware, PUPs (Potentially Unwanted Programs) oder Social Engineering immer wieder neue kreative Methoden ausdenken, um Nutzer und Unternehmen zu bedrohen und zu schädigen.

Bei Stuart McClure, Geschäftsführer des US-amerikanischen Cyber-Security-Dienstleisters Cylance, steht die Früherkennung möglicher Angriffe im Fokus. Der frühere General Manager bei McAfee/Intel Security hat den ersten auf Mathematik basierenden Ansatz zur Erkennung und Abwehr von Cyber-Gefahren entwickelt und ist Hauptautor des Bestsellers "Hacking Exposed".

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