Wegweiser Mittelstand

Aspekt 6: Geschäftsideen

Nutzen Sie den digitalen Spirit als Nährboden für neue Geschäftsideen und -modelle!

15.02.2017

Geschäftsmodelle als Projekte mit (Ab-)Laufzeiten konzipieren

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Bildquelle: Designed by Pressfoto / Freepik

Verhaltensweisen und Ansprüche von Kunden und Geschäftspartnern sowie die Möglichkeiten, Produkte und Services zu entwickeln und anzubieten, werden sich mit den immer kürzer werdenden technologischen Entwicklungszyklen noch rascher ändern. Diese wachsende Dynamik sorgt dafür, dass Geschäftsmodelle schnelllebiger und somit zeitlich begrenzten Projekten immer ähnlicher werden.

Machen Sie sich zum "Meister der Nische" und erschaffen Sie sich so einen Wettbewerbsvorsprung. Erkennen und bewerten Sie mithilfe umfassender Datenauswertungen frühzeitig neue digitale Trends und Entwicklungen – sowohl in den bestehenden Geschäftsfeldern als auch darüber hinaus.

Erweitern Sie auf der Grundlage dieser Erfahrungswerte Ihr Geschäftsmodell digital, zum Beispiel per Internet der Dinge (IoT) . Das ist zum Beispiel für Handwerksbetriebe mit angeschlossenem Handel interessant, die Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen nicht mehr verkaufen, sondern gegen Monatsgebühr vermieten – inklusive Vollservice bei Störungen und Austausch nach Ablauf der vereinbarten Nutzungsdauer.

Oder für Dienstleister im Bereich Lieferung, Installation und Betrieb von Smart-Home-Elementen – alles digital im IoT überwacht und gesteuert. Fehler werden so vor dem Schadensfall erkannt und gemeldet. Das bedeutet kalkulierbaren Wartungsaufwand statt teurer Überraschungsreparaturen – und "nebenbei" zufriedenere Kunden.

Möglicherweise ergibt es für Sie aber auch Sinn, "pure digital" zu denken, um gezielt in entstehende Marktlücken vorstoßen zu können. Die Vielfalt der ständig entstehenden Trends und Entwicklungen eröffnet hier laufend neue Geschäftschancen, die es in dem Moment und für den Zeitraum auszunutzen gilt, in denen sie sich bieten.

Mit externen Partnern zusammenarbeiten

Die tradierte Unternehmermentalität sollte man in unserer digital geprägten Zeit bewusst hinterfragen. Vernetzung wird in unserer Gesellschaft und Wirtschaft zur Maxime. Das Teilen von Ressourcen wie Arbeitskraft und Wissen ist von enormer Bedeutung, wenn es darum geht, im Wettbewerb so weit vorne wie möglich zu stehen. Sie müssen deshalb im Rahmen eines (digitalen) unternehmerischen Netzwerks nicht immer alles selber machen, selber wissen, selber finanzieren, selber entwickeln und komplett inhouse umsetzen.

Ein Beispiel: Finanzierung Ihres digitalen Geschäftsmodells. Arbeiten Sie zu diesem Zweck nicht nur mit Ihrer Hausbank, sondern mit alternativen Finanzierungspartnern zusammen. Crowdfunding kann ein geeigneter digitaler Weg sein, um über eine Internetplattform gezielt potenzielle Geldgeber zu finden. Sie stellen dafür Informationen zu einer Projektidee oder einem großen Auftrag bereit, den Sie alleine nicht "stemmen" bzw. vorfinanzieren können. Sie erreichen so mögliche Interessenten, die sich auf Ihr Projekt einlassen können. Die Auswahl obliegt natürlich Ihnen.

Noch ein Beispiel: Die Konzeption und Erstellung von digitalen Services kann über die Kernkompetenzen kleiner bis mittelständischer Unternehmen hinausgehen. Sie kann aber über Unternehmensgrenzen hinweg zwischen Partnern erfolgen. Das Start-up Explainr hat sich auf die Erstellung von kompakten – und oftmals auch originellen – Online-Erklärfilmen für Unternehmen, Leistungen und Produkte spezialisiert. Der Zugriff auf das Medium Video ist über die eigene Unternehmens-Website oder Plattformen wie YouTube so gut wie immer möglich – und Videos sind heute DAS gängige Mittel der Information.

Organisationsgestaltung flexibilisieren

Wenn Geschäftsmodelle wie Projekte funktionieren und flexibel an sich verändernde Parameter anpassbar sein sollen, dann muss die Projektzusammenarbeit der beteiligten Partner sowohl intern als auch extern entsprechend variabel zu gestalten sein.

Team Collaboration und durch Cloud Computing beschleunigte Abläufe sorgen dafür, dass Sie Informationen jederzeit und überall im Zugriff haben. Teams können über Online-Collaboration-Lösungen Dateien gemeinsam und in Echtzeit bearbeiten. Zeit und Reisekosten werden durch virtuelle Videokonferenzen gespart. So können Sie Arbeitszeiten flexibler gestalten, Anfahrtswege vermeiden, Facility-Kosten senken und Entscheidungen beschleunigen.

Auch mit branchengleichen Unternehmen können Sie auf horizontaler Ebene digital kooperieren. So schließen Sie Lücken im eigenen Portfolio, indem Sie Angebote kombinieren. Sie können sich so gegenüber der gemeinsamen Konkurrenz besser behaupten. Nach Beendigung eines gemeinsamen (Geschäftsmodell-)Projekts nutzt jedes Unternehmen die Resultate für sich.

Digitale Entwicklungskompetenz aufbauen

Idee: Gründen Sie in Ihrem Unternehmen – egal wie groß und in welcher Branche – ein "Digitalisierungslabor". Formulieren Sie als Aufgabe des Labors die Entwicklung neuer Geschäftsideen und -modelle und von Möglichkeiten, digitale Technologien in Ihr vorhandenes Kerngeschäft profitabel einzubinden.

Auch hier haben Sie die Möglichkeit, neue Arbeitsmethoden und auf digitalen Methoden beruhende neue Formen der Zusammenarbeit mit externen Partnern zu entwickeln.

Entwicklungstools nutzen

Machen Sie sich Planungstools wie das Business Model Canvas (BMC) zunutze. Mit BMC bekommen Sie ein geniales Werkzeug, um Projekte schnell und transparent – quasi mit "Post-it"-Haftnotizen – entwickeln, auf einfache Art strukturieren, visualisieren und testen zu können, ob diese auch unternehmerisch sinnvoll sind.

Entwickelt wurde BMC von Alexander Osterwalder in seinem Buch "Business Model Generation" für Unternehmer, die ihre Geschäftsmodelle neu aufsetzen und Innovation vorantreiben wollen.

Digitale Services und Mehrwerte als "Geschäftsmodellbooster" aufsetzen

Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Kunden im Rahmen der von Ihnen betriebenen Geschäftsmodelle vom ersten Kontakt bis zum Kaufabschluss über alle Kanäle (Omnichannel-Ansatz) mit exzellenten digitalen Wissens-, Service- und Interaktionsangeboten begleiten und unterstützen.

Viele Kunden informieren sich im Netz und relevante Inhalte ersetzen immer mehr den "Verkäufer". Designen Sie deshalb eine digitale Wissenswelt rund um Ihr Produkt- und Dienstleistungsportfolio.

Wenn Sie diese Inhalte richtig orchestrieren, über Referenzen verfügen und sich nicht scheuen, Vergleiche anzubieten, erarbeiten Sie sich einen Vorteil. Ferner erhöht sich dadurch messbar die Interaktionsbereitschaft bis hin zur Kaufabsicht!

Erschaffen Sie eine sozial-mediale Maximalpräsenz aus einem Guss. Hier geht es ganz konkret darum, dass Sie im Rahmen Ihrer Möglichkeiten ein engmaschiges Netz an digitalen "Begegnungsstätten" für Ihre Kunden zu spannen.

Gestalten Sie Online-Services mit Chats, Call-Backs oder Video-Chats schneller und persönlicher. Im Rahmen dieses sogenannten Conversational Commerce mit persönlicher digitaler Kommunikation können Sie die Beziehung zu Ihren Kunden "boosten".

Erwartet werden bei digitalen Services auf jeden Fall Kompetenz, Schnelligkeit und Einfachheit.

Anhand der folgenden Punkte können Sie überprüfen, inwieweit Sie den digitalen Spirit bereits als Nährboden für neue Geschäftsideen und Modelle nutzen:

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