Software Architecture & Development

Asien: Einladungen an den Rest der Welt

China und die ASEAN-Region sind in Halle 6 stark vertreten. Indien zeigt sich mit neuem Schwung.

25.11.2015

Infocity, dessen Türme zwischen Gujarats Hauptstadt Ganhinagar und der Wirtschaftsmetropole Ahmedabad aus dem Boden wachsen, ist mehr als ein Technologiepark. Es ist ein Symbol für den Aufstieg einer rein landwirtschaftlich geprägten Provinz zum "Global Business Hub". Und es hat viel mit Narendra Modi zu tun.

Nach seinem Amtsantritt als Gouverneur im Jahr 2001 verbesserte Modi in Gujarat die Infrastruktur und die Elektrizitätsversorgung, verschlankte die Verwaltung und förderte Investitionen internationaler Konzerne durch besonders günstige Konditionen. Mit Erfolg: Zwischen 2004 und 2014 wuchs die Wirtschaft des Bundesstaates Gujarat um jährlich mehr als zehn Prozent.

Nun soll das Gujarat-Modell in größerem Maßstab umgesetzt werden. "Ich werde in ganz Indien wiederholen, was in Gujarat gelungen ist", so Modis Versprechen nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten im April 2014. Entlang ausgewiesener Industriekorridore wie Mumbai oder Chennai werden Industrie und Infrastruktur ausgebaut. Außerdem sind sogenannte Smart Citys geplant, in denen Hightech-Cluster entstehen sollen.

Zudem will Modi Indiens Attraktivität für ausländische Direktinvestitionen erhöhen. Der Trend zum Outsourcing, der in den 90er-Jahren begann, sich aber zuletzt durch Konkurrenz anderer asiatischer Staaten abschwächte, soll neuen Schub erhalten. Dass Firmen wie Bosch oder IBM große Teile ihrer Produktion nach Indien verlagert haben, hat nicht nur mit Kosten zu tun. Hier finden sie auch die Fachkräfte für ihre technologischen Vorhaben. Denn nach wie vor kommen die meisten indischen Absolventen aus den Fachrichtungen IT, Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften.

Dass Modi zur deutschen Industrie Kontakt sucht, zeigt nicht nur die Tatsache, dass er im April die HANNOVER MESSE eröffnen wird – 2015 ist Indien Partnerland der Veranstaltung. Zuvor ist das Land bereits auf der CeBIT 2015 aktiv, dem weltweit wichtigsten Event für Business-IT. Regionen wie Gujarat und Kerala sind dort mit Gemeinschaftsständen präsent. Zudem präsentiert sich Indien am 19. März auf der CeBIT IBA Conference in Halle 6, die auch der ASEAN-Region, Nordafrika und Südamerika eine Bühne bietet. Zudem berichten deutsche Firmen und Verbände über erfolgreiche Schritte ins Ausland und stellen Investitions- sowie Jobmöglichkeiten für ausländische Firmen im deutschen IT-Sektor vor.

"Entdecken Sie die Möglichkeiten neuer internationaler Märkte und Kooperationen" – so lautet das Motto der insgesamt viertägigen CeBIT IBA Conference, auf der sich u.a. auch Indonesien und Bangladesch als Outsourcing-Regionen darstellen. Am Dienstag, dem "China Day", werden IT-Trends und Investitionsmöglichkeiten im Partnerland der CeBIT 2015 vorgestellt. Am Mittwoch stehen europäische Förderprogramme in der Baltikregion, Mittel- und Südeuropa sowie im Donaugebiet im Fokus. Am Freitag erhalten ausländische Unternehmen, die in Deutschland aktiv werden wollen, Tipps für erfolgreiche Kooperationen und Hinweise auf Förderinitiativen in der Bundesrepublik.

Die CeBIT IBA Conference 2015 bildet den Mittelpunkt der umgestalteten International Business Area. Ihren neuen Standort hat die IBA in Halle 6, dem "Global Village der CeBIT" mit seinen internationalen Gemeinschaftsständen und dem Zentralstand des Partnerlandes China. Die Schwerpunkte: Foreign Trade & Investment, Outsourcing/Offshoring/Nearshoring, International Resourcing & Collaboration und Techno Parks. Mit Konferenzen, Präsentationen und einer Lounge vermittelt die IBA Kontakte und Informationen aus erster Hand. Mittelständische Unternehmen, die sich neue Märkte erschließen möchten, können hier Entscheider aus Wirtschaftsförderungen und ICT-Verbänden sowie Dienstleister für internationale Kooperationen, Outsourcing und Offshoring treffen.

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