Augmented & Virtual Reality

AR-Software ändert Videoaufnahmen in Echtzeit

Eine neue Augmented-Reality-Lösung kann die Welt von Live-Aufnahmen fotorealistisch manipulieren und dabei Farben, Oberflächen oder Texturen selektiv ändern.

27.02.2017
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AR-Software ändert Videoaufnahmen in Echtzeit

Einen "Quantensprung" für Anwendungen in der erweiterten Realität haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Informatik verkündet: Anstatt das digitale Originalbild mit visuellen Informationen zu überlagern, verändern es die Forscher aus dem Saarland realitätsgetreu. Wie das praktisch aussieht, zeigt ein beeindruckendes Demonstrationsvideo : Eine junge Frau bewegt sich beispielsweise mit einem roten T-Shirt vor einer Webcam, auf dem Monitor trägt sie jedoch ein blaues. Der Eingriff ist für das menschliche Auge kaum erkennbar. Die Theorie erklärt Prof. Dr. Christian Theobalt, Leiter der Forschergruppe am MPI: "Den Farbwert, den eine Kamera während der Aufnahme einzelnen Bildpunkten zuordnet, ist, vereinfacht gesagt, immer das Produkt aus Reflexion und Beleuchtung." Die beiden Komponenten seien jedoch nur indirekt im Bild enthalten und damit nicht messbar. Die Software schätzt blitzschnell beide Faktoren für jedes einzelne Pixel ab und ändert schließlich einen von beiden. Anwendungsmöglichkeiten sehen die Forscher unter anderem in der Computerspiel- und in der Modebranche.

Bleibt zu hoffen, dass die Mahnung, die die Deutsche Bank in ihrem AR-Branchenreport aus dem Jahr 2015 formulierte, auf offene Ohren stößt. "Erfolge bei der Grundlagenforschung im Bereich Augmented Reality führen in Deutschland bislang selten zu ökonomischen Erfolgen", warnten die Experten seinerzeit. Als Forschungsstandort sei Deutschland weltweit renommiert, bei der anschließenden ökonomischen Umsetzung der Innovationen "jedoch allzu oft nachlässig".

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