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Alma Mater 4.0

Der digitale Wettstreit entbrennt nun auch im universitären Umfeld. Wer die Studierenden von morgen anlocken will, kann sich ein ehrfürchtig-angestaubtes Image nicht mehr leisten. Was sollten Bildungseinrichtungen jetzt tun – und wie lernen wir in Zukunft?

21.12.2015
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Der lateinische Spitzname „Alma Mater“ legt es schon nahe: Universitäten sind in erster Linie traditionsbewusst und stolz auf ihre Historie. Durchaus zurecht. Oft bedeutet das aber auch, dass Hochschulmarketing, langfristig erprobte Lernkonzepte oder schlicht der Immatrikulationsprozess nur sehr behäbig an aktuelle Trends angepasst werden. Im digitalen Zeitalter ist das ein Problem.

Bildung für Digital Natives
Wer heute ein Studium aufnimmt, ist digital vernetzt aufgewachsen und eher im Tweetchat zu Hause als im Hörsaal. Entsprechend sind die Erwartungen – schließlich wollen Abiturienten ihr Wissen erweitern, und sich nicht ins letzte Jahrhundert zurückversetzt fühlen. Eine durchdachte Digitalstrategie bedeutet heute auch für Universitäten einen entscheidenden Vorteil im Wettbewerb.

Der Druck nimmt zu, auch von ungewohnter Seite. In den letzten Jahren haben neue Gegenspieler die Bildungsbühne betreten: Anbieter von Massive Open Online Courses (MOOCs) bringen die Hochschule ins Web. Wer lernen will, braucht nun eben keinen Hörsaal mehr, sondern lediglich eine Internetverbindung. Vorlesungen schaut man sich heute on-demand auf dem Tablet an, der Lernstoff ist multimedial aufbereitet. Und er lässt sich mit den Online-Kommilitonen gemeinsam durcharbeiten. Social Learning nennt sich das. Selbst Prüfungen sind übers Web möglich – wer besteht, erhält sein digital signiertes Zertifikat per E-Mail. Der MOOC-Trend ist nicht neu, nimmt aber derzeit gehörig an Fahrt auf. Es entstehen immer mehr ernstzunehmende Plattformen, die hohe Qualität und begehrte Abschlüsse anbieten. Im Academy Cube bilden sich Teilnehmer weiter und sind direkt mit einem integrierten Jobportal verknüpft. Udacity wird laut ehemaligem Google-Forschungschef Sebastian Thrun eines Tages die „Universität des Silicon Valley sein, die auch Soft Skills vermittelt“ . Mit openHPI bildet das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut die begehrten Fachkräfte von morgen aus. In diesem veränderten Bildungsmarkt müssen Universitäten nun nach und nach umdenken – und entwickeln sich zu einer Art Dienstleister.

Technologien als Schlüssel
Namhafte Universitäten lassen sich von den MOOC-Angeboten inspirieren – von der Flexibilität, der Zugänglichkeit der Lernmaterialien auf allen Endgeräten und der einfachen Konsumierbarkeit. Abgeschaut werden darf aber auch bei der Wirtschaft: Integrierte IT-Systeme sind dort längst Standard. Viele Hochschulen haben solche durchgängigen Infrastrukturen noch nicht; studentische Daten sind in zig isolierten Systemen gespeichert. Wie soll sich ein Student da von jetzt auf gleich einen Überblick über seine Noten verschaffen? Und dabei ist das noch eine der grundlegendsten Erwartungen.

Worauf kommt es Studierenden künftig wirklich an – und wie können Universitäten mit innovativer IT diese Erwartungen erfüllen? Welche Chancen eröffnen beispielsweise Ansätze aus dem IT-basierten Omnichannel-Marketing für die Studentenansprache?

Diskutieren Sie Fragen wie diese auf der CeBIT 2016 im Public Sector Parc (Halle 6) sowie im Bereich job and career (Halle 11) oder besuchen Sie die Unis in der Ausstellung bei Research & Innovation in Halle 6.

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