Internet of Things

Alles wird an das Netz angeschlossen

Alles bekommt eine eigene Internetadresse: Haushaltsgeräte, Bekleidung, Möbel und selbst Milchkühe in der Landwirtschaft.

20.03.2015
Alles wird an das Netz angeschlossen

Die Prognosen sind unterschiedlich – aber alle genannten Zahlen sind riesig. Bis zu 50 Milliarden Dinge sollen bis zum Jahr 2020 mit dem Internet verbunden sein. Das sind nicht nur klassische Desktop-PC, Laptops, Smartphones und Tablets, sondern auch RFID-Tags, Sensoren und netzfähige smarte Kleinstrechner.

Experten sehen im Internet der Dinge – dem Internet of Things – auf der einen Seite den Wegbereiter der vierten industriellen Revolution, der alle Bereiche der Wirtschaft, aber auch das Leben der Menschen im Allgemeinen massiv verändert wird - sei es in der digitalen Fabrik, in der Warenlogistik, in der Landwirtschaft, im Smart Home, im Straßenverkehr, in der Kommunikation oder auch in der Medizin.

"Das Internet der Dinge ist eine Technologie, die die Welt verändert wie keine andere. Sie ermöglicht unermessliche ökonomische Vorteile und die Welt braucht ökonomische Vorteile gerade jetzt."
Kevin Ashton, der als erster in einem wissenschaftlichen Vortrag den Begriff "Internet der Dinge" (im original "Internet of Things") genutzt haben soll.

Neue Geschäftsmodelle und Einsatzzwecke

Das Internet der Dinge ist in aller Munde, denn die rasante Ausbreitung - getrieben auch durch immer kostengünstigere Sensoren, RFID-Tags und Kleinstrechner - wird nicht nur das Leben in vielen Aspekten einfacher machen. Durch die allumfassende Vernetzung, schnellen Transport der Daten in Hochgeschwindigkeits-Infrastruktur und die Datenauswertung in Echtzeit werden völlig neue Geschäftsmodelle und Einsatzzwecke entstehen. Deshalb wird auch ein gigantischer Markt erwartet: So schätzen US-amerikanische Spezialisten, in den kommenden zehn Jahren seien 19 Billionen US-Dollar Umsätze im Internet der Dinge zu erzielen. Da neue Anwendungen im automatisierten Verkehr, in der weltweiten Warenlogistik und in der industriellen Fertigung entstehen werden, kommt diese gigantische Summe im Tausend-Milliarden-Bereich zusammen. Und das wird sich spürbar auf den Arbeitsmarkt auswirken. Beschäftigen sich heute rund weltweit weniger als 500.000 Entwickler mit dem Internet der Dinge, soll ihre Zahl bis 2020 auf rund vier Millionen steigen.

Vier Sektoren werden nach Expertenmeinung besonders vom Internet der Dinge und seiner rasanten Entwicklung profitieren.

Das Gesundheitswesen

Die Herausforderungen für den Gesundheitssektor sind weltweit ähnlich: Die Menschen werden immer älter, Chronische Krankheiten nehmen zu und die Kosten für die Behandlungen werden immer höher. Das Internet der Dinge kann Lösungen aufzeigen. Durch vernetzte Geräte und Prozesse im Krankenhaus steigt die Effizienz von Behandlung und Pflege. Gesundheitsdaten von Patienten können unabhängig vom Aufenthaltsort automatisiert erfasst und ausgewertet werden. Erst wenn es dem Patienten tatsächlich schlechter geht, müssen Pfleger und Ärzte aktiv werden. So wäre es auch möglich, dass ältere Menschen in intelligenten, mit Sensoren ausgestatteten Wohnungen und Häusern länger in ihren eigenen vier Wänden leben können.

Der Automotive-Bereich

Schon jetzt gibt es zahlreiche Anwendungen im Bereich des Internets der Dinge im Automobilbereich. Auf dem Autoschlüssel sind die richtigen Positionen von Fahrersitz und Spiegel gespeichert, beides stellt sich vor der Fahrt automatisch ein. Künftig kann das auch das Smartphone übernehmen. Fahrzeuge sind schon jetzt teilweise untereinander vernetzt, warnen sich gegenseitig vor Gefahrenstellen.

Der nächste Entwicklungsschritt wird die Verbindung zwischen Fahrzeug und Infrastruktur sein. Autos melden dann ihre Daten an Leitstellen, die in den gesamten Verkehrsfluss eingreifen können und somit teure Staus verhindern.

Smart City

Der Megatrend der Urbanisierung ist ungebrochen, leben aktuell bereits 57 Prozent der Menschen in Städten, werden es 2050 bereits 70 Prozent sein. Schon heute stehen rasant wachsende Millionen-Metropolen wie Peking, Neu Delhi, Los Angeles oder Moskau vor der großen Aufgabe, Umweltbelastungen zu reduzieren, Mobilität und Versorgungsströme aufrecht zu erhalten und gleichzeitig die Sicherheit zu steigern.

Mobile Netzwerke - intelligent mit einander verbunden - können helfen, diese scheinbar unlösbare Aufgabe doch zu lösen. Besserer Verkehrsfluss, intelligentere Warenströme, weniger Belastungen für Mensch und Umwelt. Richtig smart werden die Städte durch den Einsatz des Internets der Dinge in den Gebäuden. Anlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme werden intelligent mit den Geräten verknüpft, die die Energie verbrauchen. Und damit wird der Verbrauch erheblich reduziert.

Industrie 4.0 und Logistik

In der Fabrik der Zukunft steuern die Produkte über das Internet die Maschinen während ihrer eigenen Fertigung selbst - etwa durch implantierte Kleinrechner - und ermöglichen so eine hochflexible Produktion mit kleinsten Stückzahlen.

Eine durch und durch digitalisierte Logistikkette - vernetzt mit einem ERP-System - lassen diese Produkte schnell und exakt an ihren Bestimmungsort gelangen. Jedes Paket, jede Palette, jedes Einzelprodukt ist mit einem kommunikationsfähigen Speicher ausgestattet, der den Zielort kennt. Sie werden sogar in der Lage sein, anhand zuvor festgelegter Prioritäten einfache Entscheidungen selbstständig treffen und ihren Weg zum Ziel finden.

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