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Alle Fakten zum Deutschen Startup Monitor 2015

Der Deutsche Startup Monitor 2015 ist eine der umfassendsten Studien zur Gründerszene. Digital Insights hat sich die Ergebnisse angesehen.

30.09.2015 Daniel Hüfner

Deutscher Startup Monitor erscheint in 3. Ausgabe

Mit dem Deutschen Startup Monitor veröffentlicht der Bundesverband Deutsche Startups (BVDS) in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR Berlin) und KMPG seit 2013 eine jährliche Studie zur hiesigen Startup-Szene. Jetzt ist mit dem Deutschen Startup Monitor 2015 turnusgemäß die dritte Ausgabe erschienen. Sie drückt Deutschlands bis heute schwer zu erfassende Startup-Szene in konkreten Zahlen aus. Die Startups bekommen auf der CeBIT im kommenden Jahr im Bereich Scale11 einen eigenen Bereich. In einer besonders kreativ gestalteten Halle können junge Unternehmen ihrem Geschäft im Rahmen der weltweit wichtigsten Veranstaltung der digitalen Wirtschaft durch Pitches oder Kontakt zu etablierten Unternehmen und Konzernen einen richtigen Push verleihen.

Aber zurück zum Startup-Monitor: An der Datenerhebung für die dritte Ausgabe des Deutschen Startup Monitors haben im Zeitraum von April bis Mai insgesamt 1.061 Startups aus ganz Deutschland teilgenommen. Die Studie repräsentiert damit nach eigenen Angaben rund 1.000 Startups, 3.000 Gründer und 16.000 in Startups tätige Mitarbeiter. Für den Deutschen Startup Monitor zählt jedes Unternehmen als Startup, das nicht älter als zehn Jahre alt ist, über ein technologiegetriebenes und innovatives Geschäftsmodell verfügt und zudem ein außerordentliches Umsatz- oder Mitarbeiterwachstum aufweist beziehungsweise in naher Zukunft anstrebt.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

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Die wichtigsten Ergebnisse vom Deutschen Startup Monitor 2015 im Überblick. (Bild: t3n)
Deutsche Startups schaffen im Schnitt 17,6 Arbeitsplätze
  • Nicht weniger als 17,6 Arbeitsplätze generiert ein deutsches Startup im Schnitt. In Berlin – das wenig überraschend die meisten Startups verzeichnet und die Metropolregionen München, Hamburg und Rhein-Ruhr auf die Verfolgerplätze verweist – sind es sogar 27,2 pro Neugründung.
  • Die Autoren der Studie sehen dies im positiven Geschäftsklima bei den deutschen Startups begründet: Mit 89,3 Prozent zeigt sich die deutliche Mehrheit der Gründer mit der Geschäftsentwicklung zufrieden, 76 Prozent gehen auch von einer Verbesserung in den kommenden sechs Monaten aus.
  • So werden deutsche Startups in den nächsten zwölf Monaten durchschnittlich acht neue Mitarbeiter einstellen, was circa 50.000 neuen Stellen in der Gründerszene entspricht.
  • Übrigens: 22 Prozent der Arbeitnehmer in Startups haben keine deutsche Staatsbürgerschaft.

Business-Angels werden zur wichtigsten Finanzierungsform

  • Die im Deutschen Startup Monitor befragten Startups haben im vergangenen Jahr insgesamt mehr als eine Milliarde Euro erhalten.
  • Bootstrapping erwies sich dennoch als die nach wie vor wichtigste Finanzierungsform: 79,9 Prozent der Gründer gaben an, ihre Idee aus eigenen Ersparnissen finanziert zu haben. Eine finanzielle Förderung durch Freunde und Familie erhielten 32 Prozent der Startups. Nur 20 Prozent der befragten Unternehmen haben Venture-Kapital erhalten, 29,7 Prozent hingegen haben einen Business-Angel an Bord, was demnach die wichtigste externe Kapitalquelle ist.
  • Vor diesem Hintergrund wird einmal mehr deutlich, wie wichtig der erst vor wenigen Tagen vollzogene Sturz des umstrittenen Anti-Angel-Gesetzes der Bundesregierung gewesen ist. Der Gesetzesentwurf sah eine deutlich höhere Besteuerung von Erlösen aus Streubesitzbeteiligungen vor als bisher. Über 30 Vorzeige-Startups hatten sich dazu mit einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewendet.

Gründer gehen gelassen mit dem Scheitern um

45 Prozent der befragten Gründer haben bereits vorher gegründet, jeder Fünfte (21,2 Prozent) sogar mehr als zweimal. Mit einem Startup gescheitert sind etwa ein Drittel der befragten Gründer. Das scheint nur geringfügige Auswirkungen auf die Mentalität zu haben: Mehr als 80 Prozent aller Startup-Gründer würden auch nach der Aufgabe ihrer aktuellen Unternehmung weiterhin einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen.

Immer mehr Frauen gründen

  • Deutschlands Gründerszene wird weiblicher. Glaubt man den Ergebnissen der Studie, gründen zunehmend auch Frauen. Mit 13 Prozent sind deutlich mehr Gründer weiblich als im Vorjahr (10,7 Prozent). Das ist besonders bemerkenswert, weil die Zahl der Gründerinnen zwischen 2013 und 2014 zunächst gesunken war – der Negativtrend hat sich also nicht fortgesetzt. Männer sind bei der Gründung im Schnitt 34,9, Frauen 35,1 Jahre alt.
  • Einen Trend wollte der Vorsitzende des Deutschen Startup Verbands, Florian Nöll, zwar nicht ausrufen. Dennoch sei er zuversichtlich, dass das Engagement der Szene, Vorbilder sichtbar zu machen und die Vernetzung voranzutreiben, langsam Früchte trage. "Deutschland verdient mehr Frauen in Führungspositionen - auch in der Startup-Szene", sagt er.
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