Communication & Networks

All-IP statt ISDN – so geht's!

Anbieter von TK-Anlagen erklären im Ausstellungsbereich Communication & Networks, wie die Umstellung auf Internet-Telefonie gelingt.

06.03.2017
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Voice over IP, SIP-Trunking und All-IP sind hochaktuelle Themen der CeBIT 2017. Denn Ende 2018 wollen deutsche Telekommunikationsanbieter die letzten ISDN-Anschlüsse abgeschaltet haben. Auch der SIP-Trunk der Telekom für gewerbliche Kunden wird nun eingeführt. Unternehmen, die noch analoge Telefonanlagen betreiben, müssen jetzt handeln. Im Bereich Communication & Networks der Halle 12 finden sie alles, was für die sichere Verbindung von Smartphones, Tischtelefonen und Computern mit dem Internet nötig ist.

Aber was genau ist nötig? Die derzeit oft gestellte Frage, ob ältere TK-Anlagen nun komplett wertlos werden, beantwortet der TK-Anbieter AGFEO mit einem klaren "Nein!". Zwar seien moderne Anlagen wie die AGFEO IP-basierende ES-Serie im Vorteil, aber kein Kunde müsse Sorge haben, ab 2018 nicht mehr telefonieren zu können. Im Grunde wirke sich die Umrüstung der Netzbetreiber "nur" auf das externe Netz und die vom Provider für den Betrieb gestellte Netzhardware aus, nicht aber auf die verwendete TK-Anlage. Basisstation und Endgeräte könnten problemlos weitergenutzt werden. Einzige Voraussetzung: Bei der Umrüstung auf die All-IP-Technik (NGN) muss der bisherige Übergabepunkt des ISDN-Netzes, der NTBA, durch eine "Provider-Box" ersetzt werden, die einen internen ISDN-Bus (S0) zur Verfügung stellt. Daran angeschlossen, könne auch ältere Hardware noch jahrelang beste Leistungen bereitstellen, wie AGFEO versichert.

Kunden, die ihre Anlagen dennoch erneuern möchten, legt das Unternehmen seine ES-Serie ans Herz, die es im eigenen "AGFEO-Dome" auf dem Freigelände am Messeturm präsentiert. Auf der CeBIT 2016 war das "große" System, die ES 7xx IT, vorgestellt und kurze Zeit später erfolgreich in den Markt eingeführt worden. Mit der ES 730 IT und der ES 770 IT können bis zu 80 Teilnehmer realisiert werden; beide Anlagen bieten schon zehn bzw. 16 IP-Kanäle. Bis Ende des Jahres sollen weitere Module folgen, mit denen das System (pro Modul) um weitere 16 Sprachkanäle erweitert werden kann. Das ermöglicht den Anschluss von bis zu 32 IP-Endgeräten.

Zu berücksichtigen ist laut AGFEO aber, dass die All-IP-Technik (NGN) nicht mehr alle gewohnten Funktionsmerkmale des ISDN-Netzes abbildet. ISDN-Fernwartungen, Umleitungen in der ISDN Vermittlungsstelle etc. werden in der Regel nicht mehr unterstützt. Auch EC-Cash-Geräte oder Alarmanlagenaufschaltungen über ISDN-Dienstprotokolle könnten künftig Probleme bereiten.

Am Stand von innovaphone (Halle 12, D14) können CeBIT-Besucher die jüngsten Trends der professionellen Unternehmenskommunikation im Live-Einsatz erleben. Mit "innovaphone PBX" bietet die Firma eine IP-Telefonie- und Unified-Communications-Komplettlösung für alle Unternehmensgrößen und Anforderungsprofile. Weitere Messe-Themen der Firma sind der Standard WebRTC, den innovaphone als einer der ersten VoIP-Hersteller am Markt in seine UC-Lösungen integriert hat, sowie die Bereiche "Security" und "UC in der Cloud". Alle innovaphone-Produkte stammen aus der eigenen Entwicklungsabteilung in Deutschland. Firmensitz ist Sindelfingen, weitere Standorte sind in Österreich sowie Italien.

Als "weltweit führende Marke im Bereich professioneller VoIP-Businesstelefonie" präsentiert sich auf der CeBIT das deutsche multinationale VoIP-Unternehmen Snom. Das barrierefreie, verteilte Arbeiten von verschiedenen Standorten mittels VPN sieht Snom als großen Fortschritt gegenüber ISDN: "Mit der Einbindung von UC-Lösungen wird das klassisch aussehende Tischtelefon zu einem Allrounder, in dem viel mehr steckt als die Möglichkeit zu Telefonaten." Auch in puncto Audioqualität bieten die Snom-Telefone "weitaus mehr, als es im ISDN jemals möglich gewesen wäre".

Besucher des Snom-Messestands (Halle 12, D41) bekommen in diesem Jahr erstmals das Einstiegsmodell einer neuen Generation von Konferenztelefonen präsentiert: Das C520-WiMi verfügt über zwei schnurlos angebundene DECT-Mikrofone, die frei im Raum platziert werden können. Dazu kann das Konferenztelefon zusätzlich um bis zu drei schnurlos verbundene Erweiterungsmodule erweitert werden, so dass man Telefonkonferenzen auch über mehrere Räume anbinden kann. "Ein solches Szenario ist schon in einer IP-Umgebung revolutionär, im Bereich ISDN wäre so etwas schlichtweg nicht zu realisieren", wirbt Snom.

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