Startups

Alibaba und Amazon sind ganz heiß auf das Startup Wish

Sowohl Amazon als auch Alibaba sollen sich mit hohem Einsatz um das E-Commerce-Startup Wish bemüht haben. Aber warum? Es ist der nächste heiße Übernahmekandidat im E-Commerce: Wish, ein fünf Jahre altes Startup aus San Francisco, das sowohl im Web als auch über mobile Apps stylische Produkte zu nahezu unschlagbaren Preisen anbietet

25.11.2015 Lea Weitekamp
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Wish CEO- Peter Szulczewski. (Foto: Peter Szulczewski / via LinkedIn)

Wie Business Insider berichtet, haben sowohl Alibaba als auch Amazon im vergangenen Jahr Übernahmegespräche mit Wish, dem von Peter Szulczewski und Danny Zhang gegründeten E-Commerce-Startup, geführt. Da weder Wish noch Amazon oder Alibaba bisher einen Kommentar dazu abgegeben haben, steht hinter den Ausführungen von Business Insider noch ein Fragezeichen – allerdings gibt das Blatt an, seine Informationen von insgesamt einem halben Dutzend gut vertrauter Insider erhalten zu haben.

Demnach hat es im vergangenen Jahr definitiv Übernahmegespräche unter Beteiligung der drei genannten Firmen gegeben. Unklar ist nur, ob es sich bei der aus verschiedenen Quellen bestätigten Summe von zehn Milliarden US-Dollar um die Höhe des Übernahmeangebots handelt, die Amazon Wish unterbreitet hat, oder um die angestrebte Bewertung des Startups nach der nächsten Finanzierungsrunde. Business Insider vermutet daher, dass es nach den ersten Übernahmegesprächen noch nicht zu einem konkreten Angebot gekommen sei: Immerhin sei schnell klar geworden, dass Wish-CEO Peter Szulczewski entweder gar nicht verkaufen oder zumindest eine höhere Summe als zehn Milliarden US-Dollar für sein Startup haben wolle – und das, so die Informanten weiter, käme wiederum weder für Alibaba noch für Amazon in Frage.

Was macht Wish so attraktiv?

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Die Shopping-Plattform Wish ist für die mobile Nutzung optimiert. (Screenshot: wish.com)

Wer sich das Geschäftsmodell genauer ansieht, erkennt schnell, warum gleich zwei der einflussreichsten E-Commerce-Riesen der Welt ein Auge auf Wish geworfen haben. Von einem durch und durch Mobile-orientierten, an Pinterest erinnernden Design über eine tiefgreifende Integration sozialer Netzwerke bis hin zu einer ausgeklügelten Preissystematik, die Nutzern wahre Schnäppchen beschert: Das Unternehmen scheint eins der ersten zu sein, das den Schritt in die Mobile-Commerce-Ära erfolgreich vollzogen hat.

An der Entwicklung von Wish sind ehemalige Ingenieure von Google, Facebook und Yahoo beteiligt – nach eigenen Angaben profitiert das Startup von ihren Erfahrungen zum Beispiel beim Aufbau von Facebook oder der automatisierten Buchungsplattform Google Adwords. Auch bei Wish kommen Systematiken aus der Online-Vermarktung zum Tragen: Nicht nur durch das Umgehen von Zwischenhändlern, auch dadurch, dass Händler sich auf der Plattform gegenseitig unterbieten müssen, profitieren die Kunden von extrem niedrigen Preisen. Ein Kleid oder eine Hose für acht Euro sind keine Seltenheit. Wish will nach einem Zitat von Peter Szulczewski das "Google Adwords für Händler" werden.

Das erste Unternehmen der Mobile-Commerce-Ära

Schon jetzt bezeichnet Wish sich als "führende Mobile-Commerce-Plattform in Nordamerika und Europa". In bislang fünf Finanzierungsrunden hat das Startup knapp 580 Millionen US-Dollar eingesammelt, zu den Investoren gehören unter anderem der Founders Fund, AME Cloud Ventures und GGV Capital – aber auch AngelList-Gründer Naval Ravikant und Schauspieler Jared Leto haben sich als Business-Angels beteiligt.

Dem Bericht von Business Insider zufolge hat Wish heute rund 100 Millionen Nutzer und mehr als 100.000 Händler, die meisten Transaktionen erfolgen nicht auf dem Desktop, sondern Mobile. Schon jetzt dürfte der jährliche Bruttoumsatz des Unternehmens sich dem einstelligen Milliardenbereich nähern. Mit ziemlicher Sicherheit also werden die Großen der Branche dranbleiben an dem Startup mit dem so verführerischen Namen. Eine solche Chance will man sich schließlich nicht entgehen lassen.

Startups aus dem Bereich E-Commerce gibt es auch auf der CeBIT 2016 in Hannover bei SCALE11, der Startup-Halle auf dem Messegelände. Vielleicht finden Amazon oder Alibaba da ja auch für weniger Geld einen potenziellen Übernahmekandidaten.

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