Security

Achtung Abzocke: Polizei warnt vor "CEO-Betrug"

Dass Kriminelle mit dem Enkel-Trick immer wieder alleinstehende Senioren ausrauben, ist bekannt. Jetzt aber warnt die Polizei vor einer neuen Masche, mit der Verbrecher Unternehmen um Millionen bringen.

02.09.2015 Andreas Fischer

Neue Betrugsmasche

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In der Vergangenheit hat CEO Fraud bereits für Millionenschäden bei Unternehmen gesorgt. (Foto: Shutterstock/Gustavo Frazao)

"Guten Tag, hier spricht der Chef." Ganz so leicht werden es sich die Betrüger wohl nicht gemacht haben. Aber so ähnlich wird es gewesen sein – und am Ende war der bayerische Maschinenbauer um eine Million Euro betrogen. Offenbar kein Einzelfall, denn jetzt warnt die Münchener Polizei vor dem "CEO-Fraud" - der neuen Masche Krimineller.

Bei einem CEO Fraud kontaktieren Unbekannte einen oder mehrere Mitarbeiter eines Unternehmens per E-Mail oder Telefon und geben sich ihnen gegenüber als Vertreter der Geschäftsführung aus.

Bei dem genannten international tätigen Maschinenbauunternehmen, das auch eine Niederlassung in München betreibt, erhielt ein ranghoher Mitarbeiter eine E-Mail, die vermeintlich vom Geschäftsführer des Gesamtunternehmens stammte. In diesem Schreiben "wurde über geheime Verhandlungen berichtet, welche eine Unternehmensübernahme einleiten sollen", berichtet das Polizeipräsidium.

Zur Abwicklung des Geschäfts würde eine Anzahlung in Höhe von einer Million Euro benötigt. Daraufhin meldete sich ein angeblicher Anwalt von einer anderen E-Mailadresse aus und teilte dem Opfer die Transaktionsdaten mit. Der Empfänger wurde aufgefordert, über den Vorgang Stillschweigen zu bewahren und sein privates E-Mail-Konto für die weitere Kommunikation zu verwenden.

"Da der Täter auf Grund seines Auftretens als Geschäftsführer erheblichen Druck auf den Mitarbeiter ausübte und den Sachverhalt auf Grund der aktuellen Unternehmenssituation sehr plausibel erschien, gab dieser die Zahlung frei", berichten die Ermittler. Ein weiterer Versuch der Kriminellen, eine Überweisung von zehn Millionen Euro anzustoßen, weckte dann aber doch das Misstrauen des Mitarbeiters. Aber die eine Million war weg.

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Die Polizei warnt Unternehmen vor einer hierzulande noch kaum bekannten Betrugsmasche. (Quelle: Münchner Polizei)

Weitere Fälle und Empfehlungen der Polizei

Ein besonders krasses Beispiel für CEO Fraud ist der Netzwerkhersteller Ubiquiti. Ihm wurden vor kurzem sogar 46,7 Millionen Dollar gestohlen. Nur etwa ein Drittel dieser Summe konnte bislang wiederbeschafft werden. Knapp 32 Millionen Dollar sind verloren.

Bei zwei weiteren in Bayern aufgetretenen Fällen waren die Betrüger dagegen nicht erfolgreich. Die angesprochenen Mitarbeiter schöpften frühzeitig Verdacht, so dass es zu keinen Überweisungen kam.

Tipps gegen CEO Fraud

Um diesen Betrügereien vorzubeugen, empfiehlt die Polizei Unternehmen, für klare und transparente Regeln zu sorgen und zudem Höchstgrenzen für Überweisungen festzulegen. Außerdem sollten feste Vorgehensweisen für derartige Entscheidungen definiert werden. Wichtig sei zudem, dass interne Abläufe vertraulich bleiben und nicht nach außen gelangen können.

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