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8 typische Verhaltensweisen schlechter Chefs

Wenn die soziale Kompetenz fehlt: Diese acht Faktoren unterscheiden einen echten Anführer von einem bloßen Manager.

04.03.2015 Andreas Weck

Ein schlechter Chef vernachlässigt die menschliche Seite

schlechte chefs
In vielen Firmen Alltag: Druck von oben. Dabei öffnet soziale Kompetenz so manche Tür. (Bild: © ArtFamily – Fotolia.com)

Chef sein ist nicht einfach! Als Unternehmer trägt er die Verantwortung für die Firma und somit schlussendlich auch für die Zukunft der Mitarbeiter. Doch ein Chef, der nur in Zahlen denkt, wird langfristig auf wenig Rückhalt in seinem Team stoßen. Der ein oder andere Leser mag zwar glauben, dass das einer Führungskraft egal sein sollte – er oder sie ist ja nicht da, um Freunde zu gewinnen, sondern die Geschäfte am Laufen zu halten –, allerdings sorgt auch und gerade ein fehlendes Einfühlungsvermögen den Mitarbeitern gegenüber oft dafür, dass die nur Dienst nach Vorschrift machen, anstatt Höchstleistungen zu vollbringen. Und das kann sich sehr wohl auf das Geschäft auswirken.

Insofern unterscheidet gerade die soziale Kompetenz einen Anführer von einem bloßen Manager. Hier gibt es fünf Punkte, die einen schlechten von einem guten Vorgesetzten abgrenzen.

1. Kein Feedback zu getaner Arbeit geben

Schlimmer als schlechtes Feedback ist gar kein Feedback, denn auch an einer negativen Rückmeldung kann ein Mitarbeiter wachsen und etwas aus ihr lernen. Und an keiner Rückmeldung? Eben, daraus kann er gar nichts ziehen. Ist der Chef zufrieden mit der Arbeit? Was hat sie bewirkt? Gibt es Dinge, die besonders gut oder besonders schlecht gelaufen sind? Gibt es jemanden im Team, der eigene Wissenslücken schließen kann? Das alles sind Fragen, die in den Köpfen der Mitarbeiter vorgehen. Eine Rückmeldung dazu motiviert nicht zuletzt, es beim nächsten Mal besser zu machen.

2. Keine Erläuterung von Entscheidungen liefern

Ein Projekt wird eingestellt oder ein Mitarbeiter kurzfristig entlassen? Es sind Umstrukturierungen vorgesehen? Das wirft in der Regel große Fragezeichen im Team auf. Offen darüber zu reden und zu erklären, warum eine Entscheidung gefällt wurde, sorgt dafür, dass die Mitarbeiter sich nicht den Kopf zerbrechen müssen, was an welchen Stellen schief gelaufen sein könnte. Zudem wird aufkeimenden Gerüchten direkt ein Riegel vorgeschoben. Ein Chef ist natürlich nicht verpflichtet, sich gegenüber seinen Mitarbeitern zu rechtfertigen. Aber so manche Hintergründe zu unpopulären Entscheidungen führen dazu, dass Handlungen nachvollziehbarer und bestenfalls verstanden werden.

3. Keinen Raum für eigene Ideen bieten

Ich habe in einem früheren Leben – vor meiner Zeit als Journalist – eine Ausbildung beim Hamburger Zoll gemacht. Das Tolle in dem Beruf war, dass es quasi keine Überstunden gab und die Frage der Wirtschaftlichkeit sich selten stellte. Der große Nachteil allerdings war, dass es für jeden kleinen Handgriff eine Vorschrift gab, an die man sich zu halten hatte – selbst wenn sie noch so sinnlos war. Es war regelrecht zermürbend, Dinge auszuführen, deren Effizienz fraglich und deren Sinn nicht erkennbar waren. Doch Änderungsvorschläge wurden oft im Keim erstickt. Wie sich das auf die Motivation auswirkte, können Sie sich vorstellen. Der Mitarbeiter sollte gefordert werden, in dem er sich in Prozesse hineindenkt und eigene Ideen umsetzen darf. Ein guter Chef sollte Ideen einen Raum bieten!

4. Kein Gehör für die Probleme der Mitarbeiter haben

Nehmen wir an, ein Mitarbeiter kommt eines Tages mit einem Problem zum Chef, sollte der sich die Angelegenheit zumindest anhören und anschließend versuchen, eine Lösung zu finden. Oft ist der Frust von Mitarbeitern darauf zurückzuführen, dass sie gerade bei persönlichen Schwierigkeiten kein Gehör finden. Ein Problem mit einem Kollegen kann so zur Strapaze werden – dabei könnte eine räumliche Trennung schnell die Wogen glätten. Manche Probleme sind nicht lösbar, aber selbst dann ist es gut, mit dem Mitarbeiter darüber gesprochen zu haben.

5. Keine Beziehung zum Mitarbeiter aufbauen

Soziales Miteinander? Darauf wartet man bei einem schlechten Chef vergeblich. Ein guter Chef hingegen nimmt sich die Zeit, auch mal an der Kaffeemaschine oder beim Mittagstisch einen Plausch zu halten und zu fragen, wie es dem Mitarbeiter geht oder was ihn so beschäftigt. Dabei entdeckt man nicht selten Gemeinsamkeiten im Gespräch. Die Kinder sind im gleichen Alter? Man brennt für den gleichen Fußball-Verein? Oder hört die gleiche Musik? All das baut eine Beziehung zwischen dem Chef und dem Mitarbeiter auf und schafft schlussendlich ein größeres Vertrauensverhältnis. Ein guter Chef interessiert sich für seine Mitarbeiter!

6. Kein Respekt dem Mitarbeiter gegenüber haben

Hier ein kleiner Altherren-Witz, dort eine unnötige Spitze. Was der ein oder andere Chef als witzig empfindet, kann von einem Mitarbeiter einfach nur als grobe Respektlosigkeit empfunden werden. Passiert das häufiger, wird die Stimmung schlechter werden und über kurz oder lang zu Kündigungen führen – wer lässt sich schon gerne verspotten? Natürlich heißt das nicht, dass man zum Lachen in den Keller gehen muss, aber ein gewisses Maß an Respekt wird nicht zu viel verlangt sein. Das gilt übrigens auch andersherum.

7. Kein Vertrauen dem Mitarbeiter gegenüber haben

Es gibt so einige Horror-Geschichten in Deutschlands Unternehmen: Vorgesetzte, die E-Mails mitlesen oder die Video-Kameras in Büros installieren. Oft verlaufen solche Maßnahmen hart an der Grenze zur Legalität. Doch es müssen nicht immer gleich harte Überwachungsmethoden sein, die das Team irritieren. Auch neugieriges Über-die-Schultern-gucken zeugt von einem gewissen Grad an Misstrauen: Mal gucken, ob der überhaupt arbeitet! Derartige Methoden oder Verhaltensweisen sollten wirklich nur die Ausnahme darstellen und höchstens aufgrund eines handfesten Verdachts zum Einsatz kommen. Kontrollfreaks braucht echt niemand!

8. Keine Verantwortung für fehlgeschlagene Projekte übernehmen

Vorgesetzte verdienen mehr Geld als ihre Mitarbeiter – was vor allem auch damit begründet wird, dass sie die Verantwortung tragen. Chefs, die allerdings das höhere Gehalt einstreichen und die Schuld für fehlgeschlagene Projekte jedes Mal nach unten abwälzen, sind ein echtes No-go! Klar, die Ausnahme bestätigt natürlich die Regel: Ein Mitarbeiter, der ohne Rücksprache eine Entscheidung getroffen hat und das Projekt dadurch gegen die Wand gefahren hat, muss halt auch den Kopf dafür hinhalten.

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