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5 Fehler bei der Kontaktpflege

Ein stabiles Netzwerk kann Türen öffnen. Und es gibt für Business-Entscheider kaum eine bessere Plattform als eine Messe, beispielsweise die CeBIT in Hannover. Fünf Fehler, die bei der Kontaktaufnahme unbedingt vermieden werden sollten.

18.03.2015 Nora Jakob
Kontaktpflege
Ein Netzwerk ist nur gut, wenn es auch Krisen übersteht. (Foto: © denphumi - iStock)

Ein stabiles Netzwerk ist die halbe Miete, oft ist es aber nicht leicht, mit den richtigen Personen in Kontakt zu treten und sie auch von seinen beruflichen Wünschen zu überzeugen – besonders dann, wenn sie in der Rangordnung über einem stehen. Dann kann ein Netzwerk helfen – eins, in dem sich Menschen gegenseitig helfen und keins, in dem nur eine Person immer und immer wieder von den Leistungen und Kontakten der anderen profitiert.

Aber wie baut man es auf? Wie gelingt es, es auch über eine längere Zeit aufrecht zu erhalten? Und vor allem: Welche Fehler sollten in jedem Fall vermieden werden? Wir haben fünf Fallstricke gesammelt, die ein erfolgreiches Netzwerken unmöglich machen.

1. Ich nehme, du gibst!

"Build first, monetize later", lautet einer der Grundsätze für eine gute Netzwerk-Beziehung. Das bedeutet auch, dass gerade am Anfang oft mehr investiert werden muss, als man davon profitiert. Das ist aber nicht schlimm: "Qualität steht hier vor Quantität", sagt Astrid Overbeck , Coach, Beraterin und Interimsmanagerin im Personalbereich. "Zehn gute Kontakte sind mehr Wert als 100 schlechte. Netzwerken heißt auch nicht einseitiges Absaugen von Informationen, denn damit kann man auf Dauer kein stabiles Netzwerk betreiben. Ernsthaftes Netzwerken erfordert Zeit und geht nicht so nebenbei."

Bevor Sie sich also für den Aufbau oder den Beitritt zu einem Netzwerk entscheiden, sollten Sie auch wirklich darüber bewusst sein, dass es Zeit braucht, um darin wirklich erfolgreich zu sein, vor allem aber auch, dass Sie anderen mit Ihren Kontakten, Wissen und Informationen wirklich weiterhelfen wollen.

2. Ich helfe immer, aber nicht dir!

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Verlässliche Partner sind wichtig in einem Netzwerk. (Foto: Shutterstock / Rawpixel)

Das echte Interesse an einem Netzwerk kann nur ein erster Schritt sein. Es braucht Verlässlichkeit. Dazu gehört es auch, dass Beziehungen nicht wahllos geknüpft werden, sondern gezielt aufgebaut und gepflegt werden müssen. Verlässlichkeit zeigt sich auch darin, dass man sich nicht für alles und jeden verbiegt, sondern immer authentisch ist – und seinem Kontaktpartner dabei auch ehrlich sagt, wenn man wirklich nicht helfen kann oder manchmal auch will, weil er dafür beispielsweise nicht richtig ausgebildet ist oder die erfragte Hilfe nicht mit den eigenen Werten in Einklang steht.

Sie zeigt sich aber dann wieder, wenn man auf den zuvor zurückgewiesenen Partner zugeht und ihm beim nächsten Mal wieder hilft. Im ersten Moment vor den Kopf gestoßen, wird dabei deutlich, dass man immer noch ein verlässlicher Partner ist, der hilft, sobald er glaubt, dass er wirklich etwas für das Gegenüber tun kann.

3. Ich denke nur an mich!

In einem Netzwerk sind die Menschen Partner: Konkurrenzdenken ist fehl am Platz – genau wie zu viel Egoismus. Gerade Anfänger machen den Fehler, nur an den eigenen Nutzen zu denken. Das hilft zwar kurzfristig weiter, verbaut Ihnen aber den Weg nach oben, wenn Sie noch mal die Hilfe der gleichen Person in Anspruch nehmen wollen. Sie wird Ihnen nicht wieder helfen, sondern hat sich Ihre soziale Inkompetenz gemerkt, als sie Ihnen das erste Mal geholfen hat – und Sie vielleicht auf dem Absatz kehrt gemacht haben, ohne sich zu bedanken.

4. Ich brauche Hilfe und suche ein Netzwerk

Es ist ein Fehler, erst ein Netzwerk aufzubauen, wenn Sie ein Problem haben – es braucht Zeit, und Spontanität ist in diesem Fall alles andere als angebracht. Ein strategisches Netzwerk zu schaffen, ist zeitaufwendig und erfordert teilweise sehr viel Geduld. Die ist nötig, um dem Gegenüber deutlich zu machen, dass Sie wirklich Interesse an der Person haben. Die Problematik: Erwecken Sie den Eindruck, dass Sie eine Empfehlung oder einen Kontakt nur braucht, um selbst weiterzukommen, haben Sie verloren. Danach werden Sie jedes Vertrauen verspielt haben – und damit vielleicht auch das notwendige Netzwerk.

5. Ich kenne dich nur aus Online-Netzwerken

In Zeiten von Facebook, LinkedIn und Xing können soziale Netzwerke eine gute Möglichkeit sein, um Kontakte anzubahnen – persönliche Bindungen sind dabei aber unerlässlich, vor allem dann, wenn die Verbindungen wirklich von Dauer sein sollen . Zudem haben Online-Netzwerke auch einen großen Nachteil: Sie werden schnell unübersichtlich – und sind wenig verlässlich.

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