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3-D-Drucker bieten mehr als nur Rapid Prototyping

Die Anforderungen an den 3-D-Druck nehmen ständig zu. Das Geschäft wächst sehr schnell, fast täglich gibt es neue Innovationen. Aleksander Ciszek von 3YOURMIND gab in seinem Vortrag auf der CeBIT interessante Einblicke in die Branche.

16.03.2016
CB 2016 Future Talk 3D 1

"Immer wenn eine Innovation in den Medien Erwähnung findet, entsteht ein Hype und die Menschen stellen hohe Erwartungen an die entsprechenden Technologien - die im Regelfall aber nicht erfüllt werden können", erklärte Aleksander Ciszek, einer der Gründer von 3YOURMIND, am Mittwoch beim Future Talk auf der CeBIT. "Nicht anders war es auch beim 3-D-Druck. Danach lässt der Hype nach, das Interesse schwindet und man nähert sich langsam aber sicher der Phase an, in der man sich produktiv mit dem Thema auseinandersetzen kann."

Und genau in dieser Phase befinden wir uns derzeit. Nach wie vor ist das Rapid Prototyping, also das schnelle Erstellen von Musterbauteilen und Prototypen, das gängigste Einsatzgebiet von 3-D-Druckern. Die geringen Produktionskosten prädestinieren das Verfahren für diesen Zweck. Aber es kommen ständig weitere Bereiche dazu.

Rapid Manufacturing ist auf dem Vormarsch

Was im Bereich des Rapid Prototyping für den 3-D-Druck spricht, ist natürlich auch für andere Anwendungsszenarien das entscheidende Argument: die geringen Kosten, vor allem wenn man kleinere Stückzahlen herstellen möchte. "Zudem können mit dem 3-D-Drucker Strukturen produziert werden, die extrem leicht und dennoch stabil sind. Das ist insbesondere im Flugzeugbau entscheidend", betonte Ciszek. Aber auch die Freiheit im Design spreche für die Technologie. Produkte könnten so gestaltet werden, wie es den Entwicklern vorschwebe. Auf von Maschinen vorgegebene Formen müsse man keine Rücksicht mehr nehmen.

Auch die räumliche Entgrenzung spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Als Beispiel nannte Ciszek eine Fabrik mitten in der Wüste. Geht dort eine Maschine kaputt, muss das Ersatzteil oft eingeflogen werden und die Produktion liegt brach. Oft mehrere Wochen. Künftig wird direkt in der Fabrik ein 3-D-Drucker stehen und es muss nur noch eine Druck-Datei verschickt werden, um das Ersatzteil nachzuproduzieren. Auf diese Weise können Unternehmen viel Zeit und vor allem Geld sparen.

Ersatzteile aus der Datenbank

"Wir arbeiten gerade mit der Deutschen Bahn an einer Datenbank, die alle Ersatzteile erfasst, die der Konzern am Markt nicht mehr kaufen kann – weil es den Hersteller nicht mehr gibt oder das Teil schlichtweg nicht mehr produziert wird," berichtete der 3YOURMIND-Gründer. "Wird dann ein Ersatzteil gebraucht, reichen wenige Klicks um dieses ‚zu drucken‘ und der Zug kann binnen kürzester Zeit wieder in Betrieb genommen werden."

Im nächsten Schritt geht es laut Ciszek nun darum, Verfahren zu entwickeln, die alles von der Planung, über die Erstellung der Druck-Dateien bis hin zum Druck selbst zusammenführen. "Kein Unternehmen hat einen 3-D-Drucker für alle Materialien. Aus diesem Grund wollen wir alle Anbieter zusammenbringen, so dass man diesen nur noch eine Datei schicken muss und wenig später das gewünschte Produkt bekommt."

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