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CeBIT 2017, 20. - 24. März

CeBIT 2017, 20. - 24. März
Start-ups

Volle Energie

Digitale Transformation heißt auch: Das klassische Kerngeschäft auf digitale Angebote für die Kunden umzustellen. Der Energiekonzern RWE hat diese Aufgabe zur Chefsache erhoben. Im "Innovation Hub" sollen Ideen gedeihen und in neue Produkte münden, die den Kunden ins Zentrum stellen und eine neue Kundenerfahrung liefern. Neuer Input kommt dabei auch von außen. Beim Startup-Pitch im Rahmen des Branchentages "Utility" auf der CeBIT sucht RWE nach vielversprechenden Jungunternehmern.

Geht es nach der Europäischen Union, haben Verbraucher spätestens ab 2022 einen deutlich besseren Überblick über ihren Stromverbrauch, als bislang. Bis dahin sollen 80 Prozent der europäischen Haushalte mit einem Jahresverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden mit einem so genannten intelligenten Stromzähler, einem Smart Meter, ausgestattet sein. Diese erlauben es den Nutzern, zu jeder Zeit und – über das Internet – an jedem Ort ihren Stromverbrauch anzuzeigen und gegebenenfalls auch zu regulieren. Dazu sammeln die Smart Meter Daten, die sehr viel über die Gewohnheiten der Haushalte verraten können. Datenschützer sehen die Entwicklung daher eher skeptisch.

Der Energiekonzern RWE, der in Deutschland mehr als 16 Mio. Haushalte mit Strom versorgt, testet die Smart Meter bereits. RWE ist bereits heute führend im deutschen Markt für Smart-Home-Produkte. Mit einem so genannten "Smart Home" lassen sich etwa Steckdosen per Smartphone aus der Ferne bedienen oder auch die Rollläden schließen. Doch das ist nur die Spitze des Eisberges. Unter der Oberfläche rumort es gewaltig in Sachen Innovationen bei RWE.

Leuchtturm-Projekte für die Energie-Zukunft

Mit dem so genannten Innovation Hub hat der Konzern eine abteilungsübergreifende Einrichtung geschaffen, die in vier verschiedenen Bereichen innovative Ideen verfolgt und vielversprechende Ansätze möglichst schnell in konkrete Projekte verwandeln soll. Smart & Connected Home ist dabei nur ein Thema neben den weiteren Kernthemen Big Data, Disruptive Digitisation und Holistic Energy Manager. "Ziel des Innovation Hub ist es, auf Basis des heutigen Angebots von RWE komplett neue Produkte und Services zu finden, die für unsere Kunden Mehrwert bieten und das Potential haben, bestehende Märkte zu "erschüttern", sagt Stefanie Kemp, Leiterin des Leuchtturm-Projektes "Disruptive Digitisation" bei RWE.

Das kann etwa ein Carsharing-Angebot für Elektroautos sein oder auch ein Projekt, bei dem Hausbesitzern individuelle Vorschläge für Solardächer gemacht werden. "Der Innovation Hub ist keine organisatorische Abteilung im Konzern, sondern eine Nahtstelle für externe und interne Experten in unterschiedlichen Bereichen. Dadurch identifizieren wir interessante Projekte und können daraus schnell reale Produkte oder Dienstleistungen entwickeln", sagt Kemp. Dabei beschränkt sich die Suche nicht auf Deutschland. Auch in den Innovationszentren Silicon Valley, Tel Aviv und Berlin baut RWE Kontakte in das Innovation-Öko-System auf, um möglichst eng mit Gründern zusammenarbeiten zu können.

Neue Ideen vorantreiben

In diesem Zusammenhang nutzt der RWE auch die CeBIT als Plattform, um Partner zu finden und zu gewinnen. Im Rahmen des Utility-Branchentages am 16. März ruft der Energiekonzern zum Pitch für Startups auf. Auf der großen Bühne des Innovatoren-Treffpunkts SCALE 11 stellen neun Startups ihre Ideen rund um das Thema Energie vor. "Nicht jede Idee ist zum Erfolg geboren", gibt Dirk Homuth, Projektleiter "Disruptive Digitisation" im Innovation Hub, zu. "Wir bieten mit unserem Know-how, unseren Ressourcen und unserer Infrastruktur eine gute Grundlage, um ein Projekt gemeinsam mit dem Ideengeber voran zu treiben und schnell marktreif zu machen."

Das sei auch die Motivation für die neun Pitch-Teilnehmer, die bereits im Vorfeld vom Verband Deutscher Startups und RWE gemeinsam aus vielen Vorschlägen ausgewählt wurden. "Wir bringen aber keinen Koffer voller Geld mit", schränkt Dirk Homuth ein, "sondern bieten uns als Partner mit vielen Möglichkeiten an". Durch den Innovation Hub wären die Verbindungen in alle Bereiche so gut, dass sich die richtigen Kontakte zu den entsprechenden Fachabteilungen innerhalb des Konzerns herstellen lassen. So entsteht aus den Ideen im besten Fall schnell ein handfestes Produkt, das dann wiederum den Kunden von RWE zur Verfügung steht, national wie Europa-weit.

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